Die Weichsel
Die polnische Metropole Krakau (poln. Krakow) liegt an den Ufern des polnischten aller polnischen Flüsse, der Weichsel (poln. Wisla). Die Schlesischen Beskiden sind die Quellregion der Weichsel und ihre Quelle ist am Widderberg (poln. Barania Gora), der 1214 m hoch ist, zu finden. Eigentlich handelt es sich nicht um eine einzige Quelle, sondern um zwei Bäche, die sehr bald in einen Stausee münden. Der Name dieses Sees ist Zbiornik Czernianski. Nachdem die Weichsel die Schlesischen Beskiden verlassen hat, fließt sie weiter in östlicher Richtung und bildet eine gewisse Strecke die ehemalige Grenze zwischen Kleinpolen und Oberschlesien. Sodann mündet sie in den Stausee von Goczalkowice und ist nach dem sie diesen verlässt schiffbar. Die tektonische Senke, die die Weichsel nun passieren muss, wird südlich durch das Lubliner Hügelland und durch das Beskidenvorland begrenzt und nördlich durch das Kielcer Bergland sowie durch die Höhe bei Krakau und Tschenstochau. Etwa 70 km hinter dem Stausee von Goczalkowice erreicht sie die ehemalige Königsstadt Krakau. Hier bildete sie für einhundert Jahre die Grenze zwischen dem großrussischen Reich und dem zu Österreich gehörenden Galizien. Nun münden einige wasserreiche Flüsse in die Weichsel, von denen vor allem der Dunajec und der San zu nennen wären. Nun strebt die Weichsel gen Norden dem polnischen Tiefland zu. Hier durchfließt sie mit Warschau (poln. Warszawa) auch die polnische Hauptstadt. Sie muss nun einige Urstromtäler durchfließen und wird mit dem Narew und dem Bug von zwei weiteren wasserreichen Flüssen gespeist. Seit dem Jahr 1970 wird sie in der Nähe von Włocławek aufgestaut und speist ein großes Wasserkraftwerk. Nun wird der baltische Landrücken in einem weiteren Urstromtal durchbrochen.
Die Danziger Binnennehrung bildet einen Dünenrücken, der der Weichsel den direkten Zustrom in die Ostsee versperrte. Deshalb bildete sich hier auch ein Delta, dessen Arme fast alle in das Frische Haff mündeten. Eine Ausnahme bildete die Danziger Weichsel, die als einziger Arm die Danziger Bucht erreichte. Im Jahre 1840 entstand auf natürlichem Wege bei einem schweren Hochwasser ein direkter Durchbruch der Weichsel zwischen Danzig und dem Frischen Haff und im Jahre 1895 wurde der Dünenrücken künstlich durchstochen, um einen Abfluss zu schaffen und die Auswirkungen künftigen Hochwassers der Weichsel zu mildern.
